Die Außenministerin in Russland: Baerbock bei Lawrow: Prüfung bestanden

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Außenministerin Annalena Baerbock hat eine heikle Reise zurückgelegt. In Moskau traf sie auf Sergej Lawrow - ihren um Streit und Provokationen nie verlegenen russischen Amtskollegen. Eine Analyse dieser denkwürdigen Begegnung.

Kein anderer deutscher Spitzenpolitiker wird vom Kreml so kritisch beäugt wie Annalena Baerbock.

Schon im Wahlkampf hatte die Grünen-Politikerin mit ihrer Kritik an der russischen Führung und ihrer Ablehnung gegenüber der Gaspipeline Nord Stream 2 in Russland große Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Nicht wenige in ihrer Partei vermuten russische Troll-Fabriken hinter der Vielzahl von Falschmeldungen über Baerbock im Internet.

Jetzt hat die 41-Jährige als deutsche Außenministerin ihren Antrittsbesuch in Moskau absolviert. Eine heikle Mission - auch angesichts der akuten Gefahr einer russischen Invasion der Ukraine.

Besonders die gemeinsame Pressekonferenz mit Russlands langgedientem Außenminister Sergej Lawrow, 71, wurde mit Spannung erwartet - schließlich ist der russische Chefdiplomat unter seinen Amtskollegen weltweit berüchtigt und mitunter auch gefürchtet für seine bärbeißige, manchmal auch skrupellose Art.

Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) und ihr russischer Amtskollege Sergej Lawrow bei der gemeinsamen Pressekonferenz in Moskau. © Imago

Unvergessen ist etwa das Wortgefecht mit dem damaligen Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) 2017 auf offener Bühne über die globale Rolle des Westens. Und die peinigende Demütigung des EU-Chefdiplomaten Josep Borrell im vergangenen Jahr dürfte angehenden Diplomaten noch lange als abschreckendes Lehrbeispiel dienen.

Zwar scheint die Kriegsgefahr in Osteuropa Deutschland und Russland jetzt im Zeitraffer voneinander zu entfremden. Doch offener Streit und Demütigung blieben Baerbock während ihres Besuchs bei Lawrow erspart.

Eine Analyse dieser denkwürdigen Begegnung.

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