Raul Krauthausen im Interview: "Behindertenwerkstätten sind moderne Sklavenarbeit"

 © Anna Spindelndreier

Raul Krauthausen ist der bekannteste Inklusionsaktivist Deutschlands. Im Gespräch kritisiert er die Impfpriorisierung und unzureichende Arbeitsmarktintegration von Menschen mit Behinderung. Die Arbeit in Behindertenwerkstätten nennt er „moderne Sklavenarbeit“.

Herr Krauthausen, bereits im Januar haben Sie öffentlich kritisiert, dass Menschen mit Behinderungen, die nicht in Heimen wohnen, bei der Impfpriorisierung vergessen würden. Glauben Sie, die mangelnde Berücksichtigung war Vorsatz?

Raul Krauthausen: Erstmal: Jede Impfung ist eine gute Impfung. Ich hatte teilweise auch Bauchschmerzen mit diesem Opferwettbewerb, als jede Gruppe gesagt hat, sie würde jetzt gern geimpft werden. Letztendlich muss man eine Entscheidung treffen und wenn die Ware knapp ist, dann ist das immer ein Gerangel. Problematisch finde ich, wenn Gruppen nachträglich nach vorne gezogen wurden und andere dadurch nach hinten rutschen. Das war jetzt beim Beispiel von Polizistinnen und Polizisten der Fall. Und wenn dann die Verantwortlichen sagen: Naja, es wird ja keine Gruppe nach hinten geschoben, dann ist das faktisch einfach gelogen.

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