Hendrik Wüst im Portrait : Der Kronprinz übernimmt

 © dpa

Er musste als Generalsekretär zurücktreten, weil er trickste. Als NRW-Verkehrsminister kam Hendrik Wüst zurück auf die Bühne der NRW-Politik. Als moderater Konservativer und emsiger Arbeiter schafft es der Westfale nun wohl in die Nachfolge Armin Laschets als Ministerpräsident. Wer ist der Mann?

Es war eine kleines, aber ungewöhnliches Lob vom Chef. Nach dem Weihnachtskonzert des Energiekonzerns Evonik im Dezember 2019 stehen in der Essener Philharmonie Ministerpräsident Armin Laschet, Evonik-CEO Christian Kullmann und ein paar Parteifreunde zusammen.

Die Rede kommt auf Hendrik Wüst, den NRW-Verkehrsminister. Er sei für ihn die “größte Überraschung im Kabinett”, sagt Laschet Teilnehmern zufolge. Es ist positiv gemeint.

Anwesende reagierten überrascht. Laschet und Wüst? Das waren in der NRW-CDU bisher die Antipode eines heterogenen und früher oft zerstrittenen Landesverbands.

Hier der liberale Rheinländer und Ex-Integrationsminister, dessen Leitbild als Regierungschef "Maß und Mitte" ist.

Dort der konservative Westfale und Ex-Generalsekretär, der gerne rhetorisch zupackt und keine handfeste Pointe liegen lässt.

Der eine beruft sich auf Karl Arnold, den einstigen CDU-Ministerpräsidenten, der Nordrhein-Westfalen als soziales Gewissen der Bundesrepublik ausrief, der andere orientiert sich eher an lupenreinen Marktwirtschaftlern wie Graf Lambsdorff.

Doch Hendrik Wüst ist milder geworden. Im Kabinett agiert der 46-Jährige heute solide, seriös, effizient. Ein moderater Konservativer.

Im Regierungsamt schleifen sich die Kanten des früheren Scharfmachers ab und selbst Gegner honorieren heute Wüsts Arbeit.

Und so fiel der Name des Verkehrsministers regelmäßig, als es in der NRW-CDU schon im Herbst vergangenen Jahres um die Frage ging, die nur hinter vorgehaltener Hand diskutiert werden durfte: Wer würde den wichtigsten und größten Landesverband übernehmen, wenn Armin Laschet nach Berlin wechselt?

Hendrik Wüst war schnell der Favorit. Einflussreiche Bezirksvorsitzende, Kabinettsmitglieder und Landtagsabgeordnete waren der Meinung, nur der CDU-Mann aus dem westfälischen Rhede könne es machen und NRW auch nach der nächsten Landtagswahl in der Hand der CDU halten.

Wer ist also dieser Hendrik Wüst?

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