Gastbeitrag des früheren Ministerpräsidenten : Die Arktis heizt sich auf

 © dpa

Der Klimawandel beschleunigt das Tempo der Eisschmelze in der Arktis. Die geografischen, wirtschaftlichen und strategischen Auswirkungen ergeben ein Konfliktpotenzial für die Großmächte USA, Russland und China.

Ob wir in der Arktis auf eine Zukunft der Kooperation oder zunehmender Konfrontation zusteuern, bleibt abzuwarten. Doch ist schon jetzt klar, dass die Region deutlich mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen wird als in der Vergangenheit.

Hauptgrund hierfür ist natürlich der Klimawandel, der das Tempo der Eisschmelze beschleunigt und dazu führt, dass die Temperaturen in der Arktis doppelt so schnell steigen wie im globalen Durchschnitt. Aufgrund ihres Tempos und Umfangs haben diese Veränderungen offensichtliche geografische, wirtschaftliche und strategische Auswirkungen. Das Abschmelzen des enormen, die Region umspannenden Eisschilds hat zur Erschließung neuer fossiler Brennstoffvorkommen und zur Eröffnung neuer Schifffahrtsrouten geführt, darunter der Nordmeerroute entlang der sibirischen Küste und der Nordwestpassage durch Kanadas nördliche Inselwelt. Jedoch hat derselbe Trend auch den Rückgang des Permafrosts angeheizt, der Infrastruktur im Umfang von vielen Milliarden Dollar bedroht, die bald auf Schlamm statt auf festem Boden gebaut sein könnte.

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