In eigener Sache : Märchenstunde mit dem Spiegel

 © dpa

Der Spiegel kritisiert in einem Artikel die Idee und das Geschäftsmodell von ThePioneer. Der Text ist eine Mischung aus Erfindungen, Gerüchten und Falschaussagen. Hier die Fakten:

1. Die Axel Springer SE besitzt nicht 46 Prozent der Anteile an der Media Pioneer Publishing AG wie der gedruckte Spiegel berichtet, sondern 36 Prozent. Auf der Spiegel Online-Seite wurde dieser Fehler - nach einem Hinweis unsererseits - später korrigiert. 

2. Der Kaufpreis besteht nicht allein aus einem niedrigen einstelligen Millionenbetrag, wie der Spiegel berichtete, sondern aus technologischer und kaufmännischer Unterstützung seitens der Axel Springer SE, einem medialen Vermarktungspaket in zweistelliger Millionenhöhe und einem signifikanten Millionenbetrag für ein Darlehen, das den Investitionsbedarf der Startphase sicherstellt.

3. Die Beteiligung von Gabor Steingart an der Handelsblatt Media Group betrug zum Zeitpunkt seines Ausscheidens, nicht drei, sondern fünf Prozent.

4. Gabor Steingarts Projekte beim Handelsblatt verschlangen Millionen, heißt es im Spiegel. Richtig ist: Den hohen Investitionen folgten hohe Erträge. Auch beim Jahresabschluss 2018, der das letzte gemeinsame Jahr von Dieter von Holtzbrinck und Steingart bilanziert, hat das Führungsteam (der Finanzchef der Handelsblatt Media Group war übrigens der heutige CEO von Media Pioneer, Ingo Rieper) die ambitionierten und mit dem Verleger vereinbarten Ergebnisziele erreicht.

Vorstand Ingo Rieper

5. Als die Privatbank Merck Finck das Schiff für einen Event charterte, ließ sich Steingart für eine Rede einspannen, schreibt der Spiegel. Fakt ist: Steingart hat die internationalen Teilnehmer der digitalen NextGen-Konferenz als Hausherr des Medienschiffes freundlich begrüßt und ist danach von Bord gegangen. Redaktionelle Berichterstattung fand nicht statt.

6. Der Spiegel schreibt - mit Blick auf Media Pioneer - von „ausbleibendem kommerziellem Erfolg“. Das Gegenteil ist richtig: Der Morning Briefing Podcast rangiert in der Kategorie Politik/Nachrichten seit einem Jahr auf Platz 1 der Apple Podcast-Charts. Wöchentlich erzielt dieser Podcast rund 750.000 Streams. Den Morning Briefing Newsletter lesen werktäglich mehr als 400.000 Menschen, auch deshalb, weil mittlerweile andere Medienunternehmen, Hubert Burda Media, United Internet und Bloomberg zum Beispiel, die Inhalte auf ihren Plattformen teilen. Der vom Start weg kostenpflichtige Politik-Newsletter „Hauptstadt. Das Briefing“ ist binnen weniger Monate zur Pflichtlektüre für rund 4000 politische Entscheider geworden, Tendenz schnell wachsend. Neben den Reichweite-Zielen sind auch die kommerziellen Ziele bislang erreicht worden.

Grünen-Ko-Chef Robert Habeck mit Chefreporterin Alev Dogan und Vize-Chefredakteur Gordon Repinski.  © Anne Hufnagl Wolfgang Ischinger auf der Pioneer One.  © Credit: Anne HufnaglZu Gast beim politischen Abendempfang "After Politics": Hubertus Heil, Bundesarbeitsminister der SPD.  © Anne Hufnagl

7. Der Spiegel schreibt von einem „wankenden Geschäftsmodell“. Das ist eine falsche und daher geschäftsschädigende Behauptung, die durch keinerlei Fakten gedeckt ist. Im Text unternimmt der Spiegel nicht einmal den Versuch, diese Kernthese der Story durch Fakten zu belegen. Die Wahrheit ist: Media Pioneer ist eine der wenigen Medienfirmen, die auch im dritten Quartal bei Umsatz, Ebitda und Abonnementerlösen den Plan erfüllt hat, trotz Covid-19. Die internen Planzahlen für die Abonnentengewinnung in 2021 werden aufgrund dieses Erfolges um rund 25 Prozent angehoben.

8. Ihre Einnahmen bessert die Redaktion mit Live-Events auf, schreibt der Spiegel. Richtig ist: Es wird nichts aufgebessert, sondern Live-Journalismus und damit Transparenz und Nähe gegenüber unseren Mitgliedern sind integraler Bestandteil des Geschäftsmodells.

Juli Zeh an Bord der Pioneer One.  © Anne Hufnagl Gerhard Schröder an Bord der Pioneer One © Marco Urban

9. Der Spiegel schreibt, auf der Jungfernfahrt der Pioneer One von Bonn nach Berlin hätte einzig VW-Chef Herbert Diess "kurz vorbei" geschaut. Richtig ist, dass Herbert Diess für anderthalb Stunden an Bord war, zum Hintergrundgespräch und zum Podcast-Interview. Weitere Gäste waren NRW-Ministerpräsident Armin Laschet, Henkel-Aufsichtsratschefin Simone Bagel-Trah, Ex-SPD-Chef Sigmar Gabriel, Scorpions-Sänger Klaus Meine, die Fridays for Future-Aktivistin Carla Reemtsma, Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann, Junge-Union-Chef Tilman Kuban (beide CDU) und der Hannoveraner OB Belit Onay (Grüne).

Flussfahrt mit Erkenntnisgewinn

Die Pioneer One ist nach 838 Kilometern in Berlin angekommen. Es war eine inspirierende Reise.

Veröffentlicht von Michael Bröcker.

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10. Der Spiegel schreibt zu den Möglichkeiten der direkten Leser-Partizipation: „Nur ein kleiner Teil der Wirtschafts- und Politikgrößen überwies tatsächlich Geld.“

Richtig ist: Der Spiegel kennt die Zahlungseingänge von Media Pioneer nicht. Viele Unterstützer haben dem Spiegel zu Recht die Aussage verweigert.

Das Supporter-Modell, das in diesen Tagen durch die Ausgabe von Leser-Aktien im Wert von 10 Prozent des Aktienkapitals der Media Pioneer Publishing AG komplettiert wird, erfreut sich großer Zustimmung. Über 180 Personen haben Interesse an einem Aktieninvestment von mindestens 100.000 Euro bekundet. Davon haben bisher 128 Interessenten das Non-Disclosure-Agreement (NDA) unterschrieben, das die Voraussetzung für die Einsicht in das Wertgutachten einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft und die Businesspläne von Media Pioneer ist.

Fazit: Möge sich jeder selbst ein Urteil bilden.

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ThePioneer-Chefredakteur Michael Bröcker und Herausgeber Gabor Steingart