Biden/Putin: Versöhnung oder Verrat?

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mit Joe Biden ist die Rationalität in die amerikanische Außenpolitik zurückgekehrt. Auch schwierige Charaktere – im Wahlkampf Trump und gestern der russische Präsident Wladimir Putin – weiß der 78-jährige Berufspolitiker offenbar zu nehmen. In einer aufgewühlten Welt, in der China versucht, ökonomische Kraft in politische Macht zu verwandeln, und Putin sich bemüht, die ökonomische Zwergenhaftigkeit Russlands durch politische Großspurigkeit zu kaschieren, sorgt er für einen Ton der Moderation.

Gestern gelang es ihm, Putin für sich einzunehmen. Der russische Präsident versuchte anschließend gar nicht erst, seine Anerkennung für das diplomatische Geschick und die menschliche Qualität des Joe Biden zu verheimlichen.

Er wertete das Gespräch „im Großen und Ganzen als produktiv, substanziell und konkret“ und sprach von „einer Atmosphäre, die darauf abzielte, Ergebnisse zu erzielen“. Biden charakterisierte er als einen „sehr konstruktiven und ausgewogenen“ Mann. Er sprach − so der englische Übersetzer − von einem „glimmer of trust“.

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