Blamage für JPMorgan Chase

Guten Morgen,

das amerikanische Investmentbanking hat auf europäischem Boden seine bisher schwerste Niederlage einstecken müssen. Die geplante Super League ist abgeblasen.

Dabei klang die Idee der von James Dimon geführten Wall-Street-Institution JPMorgan Chase aus Sicht der Geldindustrie verlockend: Der Fußball sollte organisiert sein wie die Klassengesellschaft des frühen Industriezeitalters: Privilegien für die Gewinner. Rechtlosigkeit für die Verlierer. Und dazwischen eine nur geringe Aufwärtsmobilität.

James Dimon © dpa

Dem europäischen Fußball sollte mit der Super League das Schwankende und Fluide – man kann auch sagen: das Sportliche – ausgetrieben werden. Die reichen Vereine wollte das „Leveraged Finance Team“ von JPMorgan Chase – der Impuls- und Geldgeber für die Idee – mit einer Art Ewigkeitsgarantie ausstatten, schon allein um Wertverluste beim eingekauften Menschenmaterial zu minimieren.

Denn jeder Abstieg – ob aus der Bundesliga oder der Champions League – führt zu Wertberichtigungen und Abschreibungen in den Bilanzen der Clubs. Das nervt die Investoren. Das macht ihr Investment abhängig von Fouls und vom Elfmeterschießen, von Freistößen und den Verletzungen der Spieler, sodass dem Zufall Tür und Tor geöffnet ist.

Lädt...