Das Missverständnis der Annalena B.

Guten Morgen,

die grüne Wahlkampagne, die so steil gestartet war, leidet ausweislich der demoskopischen Befunde weiter unter Druckabfall. Das allerdings liegt nicht nur an den kleinen Frisierarbeiten, die Annalena Baerbock an ihrer Biografie vorgenommen hatte.

Das Problem ist von eher grundsätzlicher Natur. Jedes grüne Versprechen, das die eigenen Anhänger zum Schnurren bringt, wird vom anderen Teil der Gesellschaft unverzüglich als Bedrohung gelesen. Hier stellen sich die Nackenhaare auf. Und je konkreter die Spitzenpolitiker der Öko-Partei mit dem Wähler sprechen – über das Eigenheim, das immer auch Ackerland versiegelt, das Flugzeug, das immer auch Kohlendioxid ausstößt, den Benzinpreis, der aus Gründen der automobilen Abschreckung steigen soll – desto verschreckter reagiert dieser andere, größere Teil der Gesellschaft und zieht sich in den demoskopischen Befragungen von der grünen Spitzenkandidatin zurück.

Eine Infografik mit dem Titel: Die Union setzt sich ab

Aktuelle Umfrage zur Bundestagswahl, in Prozent

Die Deutschen sortieren sich, sagt eine aktuelle Studie der Universität Münster, im Grunde nicht so sehr nach parteipolitischen Präferenzen, sondern sie teilen sich in Gruppen, die sehr unterschiedlich auf das Leben, das künftige, schauen. Da sind einerseits „die Verteidiger“, die den Status quo liebens- und daher verteidigungswert finden. Ihnen gegenüber stehen „die Entdecker“, die sich von der Politik einen Impuls zur Modernisierung des Landes erwarten.

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