Gesellschaft der Kuriositäten

Guten Morgen,

da haben unsere Filmhelden Heike Makatsch, Jan Josef Liefers und Co. ja ein schönes Schauspiel veranstaltet. Kaum treten sie aus dem Dunkel ihrer Vereinzelung, um lustvoll ihre Distanz zur Regierungspolitik zu inszenieren, fliegen die Tomaten auf die Bühne.

Der Schauspieler Volker Bruch, bekannt aus „Babylon Berlin“:

Ein Jahr lang hatte ich durchgehend Angst. Doch diese Angst lässt jetzt nach. Und das macht mir Angst. Ich will wieder mehr Angst haben. Denn ohne Angst hab ich Angst.

Volker Bruch © dpa

„Tatort“-Kommissar Jan Josef Liefers:

In letzter Zeit habe ich das Gefühl, dass einige Zeitungen damit beginnen, alte und überwunden geglaubte Vorstellungen von kritischem Journalismus wieder aufleben zu lassen. Dagegen müssen wir uns wehren. Das dürfen wir nicht zulassen.

Jan Josef Liefers © Anne Hufnagl

Heike Makatsch – bekannt aus „Männerpension“, „Margarete Steiff“ und „Das Wunder von Lengede“ – sagt in ihrem Video:

Es hat geklingelt, aber ich mache nicht auf. Vielleicht ist es Lieferando, vielleicht Amazon, DHL. Egal, ich mache nicht auf, weil ich Verantwortung übernehme für dieses Land. Es macht mir große Sorgen, dass es da draußen egoistische Leute gibt, die aufmachen wollen.

Heike Makatsch © dpa

Das war für etliche zuviel der Ironie. Ein von der SPD gestellter WDR-Rundfunkrat verlangte in seiner empörten Armleuchterei die Entlassung von „Tatort“-Kommissar Liefers. Tumultartige Szenen spielen sich in jenen Zuschauerräumen ab, die sich soziale Netzwerke nennen. Die Provokation wird dort mit Gegenprovokation beantwortet, bis ein Teil der Künstler aus Sorge um die Reputation fluchtartig in der Kulisse verschwindet. Auch Heike Makatsch.

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