Mogelpackung „Enteignung“

Guten Morgen,

der Kampf um bezahlbaren Wohnraum ist das einzige politische Thema, das sich in Zeiten der Pandemie als kampagnenfähig erwiesen hat.

In München, wo die Wohnmieten zwischen 2005 und 2020 um 26 Prozent stiegen, kämpft die Initiative „Ausspekuliert“ dafür, „Spekulanten, Miethaien und Lobbyverbänden einen Knüppel in die Beine zu werfen“ – wie es auf deren Homepage heißt.

In Leipzig schossen die Mieten im gleichen Zeitraum um 25,4 Prozent nach oben. Hier wehrt sich die Initiative „Leipzig Stadt für alle“ und wirbt für eine Vergesellschaftung des Wohnraums.

Eine Infografik mit dem Titel: Teurer Wohnen

Entwicklung der Nettokaltmieten in deutschen Großstädten, indexiert in Prozent ab 2015

Und in Berlin fühlt sich die Anti-Hausbesitzer-Szene auch vom gescheiterten Mietendeckel nicht entmutigt, sondern sogar befeuert. Es gilt: Jetzt erst recht.

Die Berliner Initiative „Deutsche Wohnen und Co. enteignen“ sammelt derzeit Stimmen, um noch in diesem Jahr einen Volksentscheid zu erzwingen. Rund 130.000 von etwa 175.000 notwendigen Stimmen sind laut den Organisatoren beisammen. Von den bisher 51.000 durch die Landeswahlleitung geprüften Stimmen sind über 38.000 als gültig anerkannt worden.

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