Der Internet-Feudalismus

Guten Morgen,

derweil Europa noch immer mit sich und der Pandemie kämpft, melden die amerikanischen Internetgiganten weitere Geländegewinne. Jenseits des Atlantiks ist eine Gesellschaft nach dem Motto The Winner Takes It All entstanden, die aus Europa Werbeerlöse, intime Nutzerdaten und Lebenschancen für die jüngere Generation absaugt.

Gestern streckte auch Verizon, US-Konzern im Bereich Telekommunikation, die Waffen. Das Unternehmen aus New York City hatte sich die Internet-Pioniere AOL und Yahoo für insgesamt rund neun Milliarden Dollar einverleibt. Doch gegen Google, Facebook und Co. sah das Management schließlich keine Chance mehr. Verizon verlässt nun das Online-Mediengeschäft (und muss vier Milliarden Dollar abschreiben) – mit dem Ergebnis, dass die Großen größer und die Mächtigen mächtiger werden.

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Die vier führenden Konzerne des digitalen Zeitalters – Amazon, Apple, Facebook und Alphabet – haben über das vergangene Jahrzehnt erfolgreich Daten in Geld – und Geld in Macht transformiert. Eine Kaste der Unberührbaren ist entstanden, die bisher keine Aufsichtsbehörde und kein Staat hat in die Schranken weisen können:

  • Die addierte Börsenkapitalisierung der vier Digitalkonzerne entspricht nahezu dem Fünffachen der Kapitalisierung des deutschen DAX.

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