Die Selbstkrönung der Christine Lagarde

Guten Morgen,

die amerikanische Notenbank besitzt einen Plan, wie sie sich aus den Aktien- und Anleihemärkten wieder zurückzieht. Heute soll dieser Rückzugsplan unter Führung von Jay Powell beraten, beschlossen und verkündet werden. Amerika, das ist die Botschaft, kehrt zur Normalität zurück.

Zur Erinnerung: Seit Beginn der Pandemie kauft die Fed Aktien und Anleihen, seit Juni 2020 mit einem konstanten Volumen von 120 Milliarden Dollar monatlich, um die Volkswirtschaft zu stimulieren. Ab November will man nun diese Aktivitäten reduzieren, um ab Juni 2022 die bastardisierten Verhältnisse zu beenden bei denen Staat und Privatwirtschaft sich zum Engtanz treffen.

Eine Infografik mit dem Titel: Fed: Einstieg in den Ausstieg?

Leitzins der US-Notenbank Federal Reserve seit 2016, in Prozent

Das ist die gute Nachricht des heutigen Tages.

Christine Lagarde, Präsidentin der EZB © dpa

Die schlechte: Im Tower der Europäischen Zentralbank besitzt man keine vergleichbare Ambition. Im Gegenteil: Im Chefzimmer von Christine Lagarde wird anders gedacht, gefühlt und geplant. Notenbank und Privatwirtschaft sollen auf Tuchfühlung bleiben - auch wenn das Pandemie-Aufkaufprogramm bald beendet sein wird. Christine Lagarde hielt sich nach der jüngsten EZB-Ratssitzung am vergangenen Donnerstag die Tür weit offen:

Ob wir den ganzen Kaufrahmen nutzen oder nicht, wird zu sehen sein.

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