Die Welt als Kindergarten

Guten Morgen,

den Job eines US-Präsidenten muss man sich vorstellen wie die Arbeit einer leidgeprüften Kindergärtnerin. Nur, dass sich in der zu betreuenden Gruppe auffällig viele Menschenkinder tummeln, die an einer Hyperaktivitätsstörung leiden, im Volksmund Zappelphilipp-Syndrom genannt. Irgendeiner schreit immer nach Aufmerksamkeit. Wenn Max die Klappe hält, hat Mäxchen seinen großen Auftritt.

Kaum sind sich der Russe und der Amerikaner in formvollendeter Höflichkeit begegnet, spielt der Chinese verrückt. Gestern verteilte er über eines seiner Propaganda-Medien, die „Global Times“, ein gehässiges Bildchen, das Uncle Sam als Adler zeigt. Vor sich auf dem Tisch hat er einen Drucker platziert, der Toilettenpapier in Dollarnoten verwandelt. Mäxchen will jetzt beleidigend, vor allem aber nicht artig sein.

 © Global Times

Den Chinesen nervt, dass die neue US-Regierung das ökonomisch motivierte Spiel des Vorgängers, der sich immer neue Strafzölle ausdachte, um eine politisch-moralische Dimension erweitert hat. Und das Allerschlimmste: Der neue Mann im Weißen Haus ist nicht wie sein Vorgänger ein erratischer Querschläger oder Solist, sondern ein Multilateralist, dem es in kurzer Zeit gelungen ist, eine internationale Allianz zu organisieren, die den Chinesen nunmehr ökonomisch, politisch und moralisch einheizt; und sie damit pädagogisch umzingelt.

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