Digital-Euro: Chance & Risiko

Guten Morgen,

heute beschäftigen sich die Finanzminister der Eurozone – im Beisein der amerikanischen Finanzministerin Janet Yellen – mit dem digitalen Euro. Alle führenden Politiker und die Verantwortlichen der EZB wollen ihn. Die Bundesbank, zunächst auf der Seite der Skeptiker, hat mittlerweile beigedreht. Daher ist es an der Zeit, sich heute Morgen mit den neun entscheidenden Fragen dieses Mega-Projekts zu befassen:.

1. Was genau unterscheidet den digitalen Euro vom heutigen Euro, der im Wesentlichen ja auch digital von einem Konto zum anderen wandert?

Im Kern geht es um die Schaffung eines neuen Transaktionsstandards, der schnellere, einfachere und günstigere Geldtransfers möglich machen soll. Der Kostenvorteil könnte bis zu 90 Prozent gegenüber dem jetzigen Überweisungssystem betragen. IBM schätzt, dass beim Transport von Obst etwa 200 Papiere ausgefüllt und weitergereicht werden (Lade- und Lieferscheine, Zollunterlagen, Rechnungen, Quittungen usw. auf jeder Zwischen-Station). Das alles ließe sich vermeiden, wenn die dahinter laufenden IT-Systeme alle die digitale Währung verstehen und akzeptieren, also die Historie der gesamten Lieferkette. Im Fachjargon heißen diese Systeme „smart contracts“.

Die Frage aller Fragen lautet nicht: Kommt das? Die Frage aller Fragen lautet: Wer baut dieses System? „Es geht um nichts geringeres“, sagt der Bundestagsabgeordnete, Digitalexperte und Befürworter des digitalen Euros, Thomas Heilmann, „als um die digitale Souveränität der Europäer.“

2. Ist der digitale Euro eine Kryptowährung wie der Bitcoin?

Ähnlich wie bei Bitcoin wird der digitale Euro in einer Art virtuellen Geldbörse aufbewahrt, nutzt jedoch für sein Entstehen nicht die Blockchain-Technologie. Er wird also nicht dezentral durch viele anonyme Menschen kreiert, sondern er ist und bleibt Notenbankgeld. Über seinen Wert wacht die EZB.

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