Finanzminister: Nein-Sager gesucht

der Laie glaubt: Nach der Bundestagswahl ringen Parteien miteinander um die Macht. Der Profi weiß: Das ist von der Wahrheit nur die eine Hälfte.

Im Hintergrund geht es immer auch um eine Neuvermessung des Staates, genauer gesagt: um die Ausweitung einer Einflusssphäre „jenseits von Angebot und Nachfrage“, wie sich der Nationalökonom Wilhelm Röpke auszudrücken pflegte.

In dieser geheimnisvollen Zone organisieren Politiker jene Kraftnahrung, die sie zur Erfüllung ihrer Wahlversprechen brauchen. Es geht um Geld und Zuständigkeit, wobei beides dem Bürger, der vor der Staatsintervention ganz selbstverständlich das Geld und die Zuständigkeit besaß, abspenstig gemacht werden soll. Der neue Finanzminister muss gar nicht vielsprachig sein. Er muss nur mit Autorität Nein sagen können.

 © dpa

Lädt...