Hackerangriff: Krieg der Moderne

Guten Morgen,

der Angriff auf die ökonomische Infrastruktur der heutigen Gesellschaft erfolgt nicht aus der Luft. Die Gefahr kommt nicht aus dem Zielfernrohr eines Panzers. Es braucht keine Scharfschützen, die den Konzernsitz unter Feuer nehmen.

Der moderne Angriff auf Kundendaten, Energieleitungen oder den Großrechner der Zentrale erfolgt aus dem Internet. Der Trojaner der Neuzeit sieht aus wie ein Computerprogramm, das seine Krieger in zerstörerischer Absicht auf die technologische Infrastruktur des Zielunternehmens überspielt. Erst gestern erlebte die Welt eine Cyberattacke, die Konzernchefs und Regierungen aufhorchen ließ.

Die russischsprachige Hackergruppe REvil hatte sich ihren Weg in die Systeme des amerikanischen IT-Dienstleisters Kaseya gebahnt. Über deren Produkte verbreiteten die Ganoven eine Schadsoftware, die Daten von mehreren hundert Unternehmen in den USA und Europa bösartig verschlüsselte, mit dem Ziel, diese unbrauchbar zu machen. Nur die Hacker können sie wieder freischalten – und fordern dafür 70 Millionen Dollar, zahlbar in Bitcoin.

  • In Schweden sah sich die Supermarktkette Coop gezwungen, ihre rund 800 Filialen zu schließen, da die Kassensysteme ausgefallen waren.

  • In Deutschland wurden nach Angaben des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik tausende Computer angegriffen. Der finanzielle Schaden kann bisher nicht seriös geschätzt werden.

  • Vor wenigen Wochen hatte eine andere Hackergruppe die größte Benzin-Pipeline der USA teilweise vom Netz genommen. Der Betreiber Colonial zahlte den Erpressern Medienberichten zufolge 4,4 Millionen US-Dollar Lösegeld, damit das Unternehmen wieder funktionstüchtig war.

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