Laschet: Die Lehren des Söder-Booms

Guten Morgen,

der CSU-Rebell Markus Söder verschwindet allmählich wieder von den täglichen Frontseiten der Tageszeitungen. Aber die Gründe, die ihn dorthin katapultiert hatten, verschwinden nicht.

Wenn Armin Laschet und sein Team diese Gründe in den kommenden Wochen nicht analysieren und verstehen, könnte die Union da landen, wo die Konservativen in Italien und Frankreich auch gelandet sind: in der Bedeutungslosigkeit:

Grund 1: Für den Höhenflug Söders sind nicht seine Leistungen als Regierungschef in Bayern verantwortlich, sondern der Nimbus Bayerns als funktionierendes Gemeinwesen. Die Deutschen sehnen sich nach einem Staat, der seine in der Pandemie gezeigte Dysfunktionalität überwindet. Söder war und ist die Projektionsfläche für diese Sehnsucht nach Modernisierung.

Markus Söder © dpa

Grund 2: Dieser ist in der Migrationspolitik zu suchen. Mit Söder, Seehofer und der CSU verbindet sich eine Einwanderungspolitik, die nicht da weitermacht, wo Merkel aufgehört hat. Angesichts einer weltweiten Wanderungsbewegung – nach Schätzungen der Vereinten Nationen waren im letzten Jahr etwa 80 Millionen Menschen auf der Flucht – sehnt sich das bürgerlich-konservative Publikum nach einer sinnvollen Begrenzung, nach regelbasierter Abschiebung und einer Integrationspolitik, die nicht ganze Stadtteile in Elendsquartiere verwandelt. Oder um es mit Bundespräsident Joachim Gauck zu sagen:

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