Lichtblick im Lockdown

die Regierung hat sich im Irrgarten ihrer Inzidenzwerte verlaufen. Wie in Trance taumeln die Funktions- und Würdenträger in Berlin von einem Lockdown in den nächsten. Ein gestern Abend emittiertes Papier des Kanzleramtes schlägt ab einem Inzidenzwert von 100 eine nächtliche Ausgangssperre vor. Nur noch Menschen mit Passierschein dürften dann vor die Tür.

Mit den eigenen Verfehlungen in Sachen Corona-App, der nie umgesetzten Test- und der verpatzten Impfstrategie ist die Regierung großzügig, während sie das Volk auf immer neue Zumutungen einschwört: Wer jetzt Osterurlaub mache, so Olaf Scholz am Wochenende in der „Bild am Sonntag“, „gefährdet den Sommerurlaub von uns allen“. So wird der Bürger vom Opfer der Verhältnisse zu ihrem Täter umdefiniert.

Olaf Scholz © dpa

Und dennoch: Draußen im Land öffnet sich ein Reich der Möglichkeiten, in dem das Hoffen wieder erlaubt ist. Regional werden neuerdings unterschiedlichste Strategien probiert, die sich vom permanenten Lockdown spürbar unterscheiden:

So empfingen die Berliner Philharmoniker und das von Bertolt Brecht gegründete Berliner Ensemble am Wochenende erstmals wieder Gäste. Die Zuschauerränge waren im Sinne der Abstandsregeln ausgedünnt, jeder Besucher musste aus dem nahe gelegenen Testzentrum einen frischen Corona-Test vorlegen. Zuvor hatten Wissenschaftler der Charité ein Lüftungsskonzept für die beiden Spielstätten erarbeitet.

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