Die Behördenbahn: Keine Ausreden mehr

Guten Morgen,

Erfolge und Misserfolge in der Politik sind oft nur schwer zu kontrollieren. Am Erreichen des 1,5-Grad-Ziels beispielsweise werden sich die Grünen nicht messen lassen wollen. Spätestens beim Nicht-Erreichen wird man uns streng belehren: Der Klimawandel könne doch, liebes Bürgerlein, nur global gestoppt werden. Das weißt Du doch, oder etwa nicht?

Wenn die Inflation steigt, die Kaufkraft der Rentner schrumpft und auch die Werthaltigkeit des erhöhten Mindestlohns sich verflüchtigt, wird man uns an die EZB verweisen. Die Notenbank, liebes Bürgerlein, untersteht nun mal nicht der Regierung. Wir sind unschuldig an deinem Leiden.

Jens Spahn © dpa

Wenn das Virus weiter grassiert und mutiert, zuckt die neue Regierung genauso die Achseln wie die alte. Der noch amtierende Gesundheitsminister hat die Generalamnestie bereits erlassen: „Wir werden einander viel verzeihen müssen.“ Was er damit meinte: für verspätete Booster-Impfungen, das fortgesetzte Sterben unter der Atemmaske und andere Nebenwirkungen unserer Politik sprechen Sie bitte mit ihrem Arzt oder Apotheker, nur bitte nerven Sie damit nicht Ihre Regierung.

Aber: Es gibt ein politisches Aufgabenfeld, da gelten keinerlei Beschönigungen. Da entscheiden sich Erfolg oder Misserfolg einzig und allein in einem Ministerbüro. Und – auch das unterscheidet diese Angelegenheit von allen anderen – jeder und jede kann den Erfolg oder eben den Misserfolg dieses Ministers sehen und fühlen. Er ist der Mann ohne Ausreden.

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