Testfall für den Liberalismus: Die Impfpflicht? Ein Irrtum.

Guten Morgen,

zum Jahresauftakt wünsche ich Ihnen und Ihrer Familie alles erdenklich Gute: Gesundheit, Glück und Gelassenheit.

Apropos Gelassenheit. Gerade damit hat sich die Mehrheitsgesellschaft gegenüber den Andersdenkenden zuletzt schwer getan. In vielen Artikeln und Fernsehsendungen wurde der Andersdenkende nicht mehr informiert, sondern agitiert. Die Infektionszahlen schnellten nach oben und die Toleranzschwelle und der Liberalitätspegel der Gesellschaft sanken rapide.

Heinrich Heine hat in seinem kleinen Büchlein „Die Einheit hinter den Gegensätzen“ trefflich formuliert, warum es uns so schwerfällt, das Eigene und das Andere zeitgleich zu denken:

Wäre ich Musiker, so könnte ich ohne Schwierigkeit eine zweistimmige Melodie schreiben, eine Melodie, welche aus zwei Linien besteht, aus zwei Ton- und Notenreihen, die einander entsprechen, einander ergänzen, einander bekämpfen, einander bedingen, jedenfalls aber in jedem Augenblick in der innigsten, lebendigsten Wechselwirkung stehen.

Und jeder, der es verstünde, Noten zu lesen, könnte die Doppelmelodie vom Blatte ablesen. „Er sähe und hörte“, so Heine, „zu jedem Ton stets den Gegenton, den Bruder, den Feind, den Antipoden.“

Nur, und hier beginnen die Probleme des Dichters und die der Gesellschaft, diese Mechanik der Zweistimmigkeit, diese lustvolle und vorsätzliche Dialektik, lässt sich von der Musik nur schwer auf das wahre Leben übertragen. Heine:

Ich arbeite mich wund daran, und es geht nicht. Ich möchte einen Ausdruck finden für die Zweiheit, wo beständig Melodie und Gegenmelodie gleichzeitig sichtbar wären, wo jeder Buntheit die Einheit, jedem Scherz der Ernst ständig zur Seite steht.

Demonstration von Impfgegnern © dpa

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