Der neue Bundeskanzler: Die 5 Herausforderungen des Olaf Scholz

Guten Morgen,

in der Wirtschaft kennt man dieses Aufstiegsmuster nur zu gut: Der jahrelange Stellvertreter rückt ins Chefbüro auf, sobald der Alte das Haus verlassen hat. Übersetzt auf die Politik bedeutet das: Olaf Scholz wird Bundeskanzler.

Doch für die üblichen Verschönerungsarbeiten im Chefbüro dürfte kaum Zeit bleiben. Mit einer Schönwetterperiode ist in den kommenden vier Jahren nicht zu rechnen.

Olaf Scholz und Frank-Walter Steinmeier © dpa

Überraschungen prägten bislang noch jede der acht Kanzlerschaften, Willy Brandt kämpfte mit seiner eigenen Melancholie und einem DDR-Spion, Helmut Schmidt hatte erst die RAF und am Ende auch noch die FDP gegen sich, bei Helmut Kohl brach die Mauer zusammen, bei Angela Merkel gleich am Anfang das Bankhaus Lehman Brothers.

Doch von den schon heute absehbaren Problemen sind es die folgenden fünf großen Herausforderungen, die Olaf Scholz vom ersten Tag an in den Blick nehmen sollte:

1. Eine neue Finanzkrise ist nicht garantiert, aber wahrscheinlich. Die Welt leidet an einer Überdosis Kredit. Das Volumen der Anleihenmärkte, das alle Schuldtitel von Staaten und Unternehmen aggregiert, übersteigt nicht erst seit heute das Volumen der Aktienmärkte, die den Großteil des Eigenkapitals dieser Welt repräsentieren. Wann immer die Schulden das Eigenkapital signifikant übersteigen, ist das kein gutes Omen. Olaf Scholz, sein Wirtschaftsberater Jörg Kukies und Finanzminister Christian Lindner müssen nach einer Phase spekulativer Übertreibung und staatlicher Geldflutung auf das Schlimmste gefasst sein.

Eine Infografik mit dem Titel: Anleihen vorn

Wertentwicklung der weltweit an den Börsen gehandelten Aktien und des globalen Anleihebestands, in Billionen US-Dollar

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