US Notenbank vor der Entscheidung: Wer stoppt die Geldflutung?

Guten Morgen,

für die amerikanische Notenbank schlägt heute die Stunde der Entscheidung. Wenn die Notenbankgouverneure aller Bundesstaaten nachher zusammentreffen, geht es um die Besichtigung eines globalen Schadenfalls. Die Politik der Geldflutung…

…hat Exzesse an den Kapitalmärkten begünstigt,

…hat die weltweite Ungleichheit zwischen arm, reich und superreich vertieft,

…und sie hat das Weltfinanzsystem verformt.

Die globale Schadensbilanz, die heute die FED und am morgigen Donnerstag das EZB-Direktorium beschäftigten wird, im Einzelnen:

Christian Sewing und Gabor Steingart.  © Anne Hufnagl

1. Die Geldentwertung beschleunigt sich. In den USA und Europa werden Inflationsraten gemessen, die man so seit Jahrzehnten nicht gesehen hat. USA: plus 6,8 Prozent gegenüber Vorjahr; Deutschland: plus 4,9 Prozent gegenüber Vorjahr. Die Notenbanken gehen davon aus, dass es sich um einen temporären Effekt handelt. Deutsche Bank-Chef Christian Sewing widerspricht:

Diese Meinung teilen unsere Ökonomen nicht.

Eine Infografik mit dem Titel: Inflation: USA im Vormarsch

Veränderung der Verbraucherpreise in den USA und der Eurozone im Vergleich zum Vorjahr, in Prozent

2. Durch die Inflation vertieft sich die Ungleichheit. Die Investoren treiben mit dem billigen Geld die Kurse nach oben und erzielen spürbare Vermögenszuwächse: mehr als 800 Prozent hat die Technologiebörse Nasdaq den Anlegern seit der ersten Notenbankintervention im Dezember 2008 – kurz nach der Lehman-Pleite – gebracht.

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