China: Weltmacht im Werden

Guten Morgen,

es war einmal eine Zeit, in der nahezu alle Politiker und Ökonomen im Westen Anhänger der Konvergenztheorie waren. Diese Theorie besagt, dass die unterschiedlichen Staats- und Wirtschaftssysteme sich über kurz oder lang einander annähern werden:

Weil alle Staaten den gleichen Sachzwängen unterliegen.

Weil alle Staaten auf Handel und Kooperation untereinander angewiesen sind.

Weil der Mensch der Mensch ist.

Dieser Traum von der großen Harmonie und dem Ende des Systemwettbewerbs ist ausgeträumt: Zum 100. Jahrestag der Gründung der Kommunistischen Partei Chinas zementierte die Partei nicht nur ihren Führungsanspruch. Sie hat ihn – berauscht von den Erfolgen der vergangenen Jahrzehnte – erneuert und erweitert. Partei- und Staatsführer Xi Jinping, der sich bei der Tagung des Nationalen Volkskongresses im März 2018 per Verfassungsänderung mit nahezu diktatorischen Rechten ausstatten ließ, sagte:

Lang lebe die große, glorreiche und korrekte Kommunistische Partei Chinas.

Immer wieder betonte er den kompromisslosen und absoluten Führungsanspruch der Partei:

Chinas Erfolg hängt von der Partei ab.

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