Merkel: Mehr Härte wagen

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Nachhilfestunde mit Anne Will: Gestern Abend in der ARD-Talkshow gleichen Namens wurde deutlich, wofür Angela Merkel sich in der vergangenen Woche bei den Deutschen entschuldigt hatte. Und wofür nicht.

Die Entschuldigung galt einer juristisch schlecht vorbereiteten und politisch nicht umsetzbaren Osterruhe. Aber sie war definitiv nicht zu verstehen als Absage an ihre bisherige Politik der Härte. Im Gegenteil. Merkel wich einen taktischen Schritt zurück, um bald schon im frischen Galopp zwei nach vorne nehmen zu können.

Anne Will und Angela Merkel © dpa

Dadurch, dass Anne Will nicht gegen die Kanzlerin fragte, sondern mit ihr, erlebten wir, wie der Panzer der staatsmännischen Versteifung sich öffnete. Wir blickten in das Innere einer Regierungschefin, die ernsthaft besorgt ist und weniger als nichts von den derzeitigen Lockerungsübungen hält, wie sie von den Ministerpräsidenten in Nordrhein-Westfalen, im Saarland und im Zuständigkeitsbereich des Regierenden Bürgermeisters von Berlin unternommen werden.

Einige Länder seien „sich offenbar der Ernsthaftigkeit der Situation nicht bewusst“, tadelte Merkel. Laschet verstoße gegen die verabredete Notbremse – aber er sei nicht der einzige. Merkel machte deutlich, dass sie diese politischen Manöver für opportunistisch, aber nicht für sachdienlich hält:

Testen und bummeln ist nicht die richtige Antwort.

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