Polen: Mehr Härte wagen

Guten Morgen,

unser schwieriger Nachbar Polen will nicht so, wie wir wollen. Das europäische Recht – Grundlage eines funktionierenden Binnenmarktes – soll in Polen nicht gelten. Und wenn doch, dann nur, wenn es passt: Polen first.

Die EU ist erbost und droht, die in der Regel gut gefüllte Geldpipeline von Brüssel nach Warschau zu unterbrechen. Polens Ministerpräsident Mateusz Morawiecki schießt scharf zurück:

Wenn sie den dritten Weltkrieg beginnen, werden wir unsere Rechte mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln verteidigen.

Die Bundeskanzlerin ist – wie so oft – unentschlossen. Vorsichtig tänzelnd, fast ängstlich spielte sie auf dem EU-Gipfel vom vergangenen Wochenende einmal mehr die große Moderate. Sie fürchtet, heißt es, dass nach Großbritannien das zweite Land die Europäische Gemeinschaft verlassen könnte. Das Wort vom Polexit macht die Runde.

Spätestens hier ist Widerspruch angezeigt: Wer Polen mit Großbritannien vergleicht, der vergleicht Äpfel mit Glühbirnen. Polen wird die EU niemals verlassen, und wenn doch, dann nur um den Preis eines militärischen Abenteuers mit angeschlossenem ökonomischen Niedergang.

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