Standort D: Digital oder gar nicht

Guten Morgen,

die drei Top-Themen der Politiker lauten: Klima, Klima, Klima. Nur die Reihenfolge wechselt mit den Parteifarben.

Das Top-Thema für die Zukunft des Landes aber ist die Digitalisierung. Entweder die deutsche Volkswirtschaft schafft den Sprung von der traditionellen Industriegesellschaft in die Moderne – oder die Zukunft findet ohne uns statt.

Die Merkel-Bilanz nach 16 Jahren vorsätzlicher Schläfrigkeit fällt in dieser Angelegenheit trostlos aus: Deutschland ist vom industriellen Führer zum digitalen Follower abgestiegen. Wir haben die erste Halbzeit verloren und liegen in der zweiten Halbzeit hinten, sagt der Vorstandschef der Telekom, Tim Höttges, mit der ihm eigenen Schonungslosigkeit.

Tim Höttges © ThePioneer

Man wünschte, diese Aussage wäre eine Übertreibung. Aber das ist sie nicht. Dass viele diesen Abstieg nicht sehen und nicht spüren, liegt daran, dass wir in den Städten und Firmenzentralen, aber auch in unserem Privatleben, umgeben sind von den Vermögenswerten einer anderen, einer untergegangenen Zeit. Der Kölner Dom grüßt aus dem Mittelalter. Die Villa Hügel ist das Denkmal der Stahlbarone. Die properen deutschen Einfamilienhäuser mit Carport und Wintergarten erzählen die Geschichte des Wirtschaftswunders.

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