Steuern: Vorstände, hört die Signale!

Guten Morgen,

die Finanzminister aller westlichen Nationen leben in einer Welt der Widersprüche. Derweil die Unternehmensgewinne sprudeln, erodiert die steuerliche Basis der Staatsfinanzierung. Die Defizite gehen durch die Decke. Der Beitrag der globalen Konzerne zur Finanzierung der nationalen Haushalte aber schrumpft.

Nirgendwo ist dieses Paradoxon der Moderne deutlicher zu besichtigen als in den USA. Die dortige Finanzministerin Janet Yellen, die als erste Frau in Wirtschaftswissenschaften an der Yale University promovierte, hat daher jetzt eine internationale Debatte über Mindeststeuern für Unternehmen angezettelt – und das zu Recht. Sie lebt in einer Welt der drei Geschwindigkeiten:

1. Die Gewinne sind bekanntlich ein Derivat der Umsätze und die wiederum werden insbesondere im Technologiesektor im Minutentakt in atemberaubender Dimension erzielt. So generiert etwa Amazon einen Umsatz von 956.000 US-Dollar jede Minute, dicht gefolgt von Apple mit 848.000 US-Dollar. Durchschnittlich setzen die Tech-Unternehmen der FAATMAN-Gruppe, namentlich Facebook, Alphabet, Amazon, Tesla, Microsoft, Apple und Netflix 416.728 US-Dollar pro Minute um.

Eine Infografik mit dem Titel: So viel setzen die Tech-Konzerne pro Minute um

Umsatz pro Minute der größten Tech-Konzerne der Welt, in US-Dollar

2. Zugleich pfeift der US-amerikanische Bundeshaushalt sprichwörtlich aus dem letzten Loch. Einnahmen und Ausgaben sind im Zuge der Pandemie-Bekämpfung außer Sichtweite geraten. Die Verschuldung des Bundesstaates beträgt derzeit 28,1 Billionen US-Dollar und entspricht damit 127 Prozent der amerikanischen Wirtschaftskraft im Jahr 2020. Die Neuverschuldung des Jahres 2020 belief sich auf rund 4,5 Billionen US-Dollar.

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