Vorbild China?

Guten Morgen,

der ehemalige ProSieben-Chef Georg Kofler spendet 750.000 Euro für die FDP. Friedrich Merz kehrt für die CDU in den Bundestag zurück. Und Roland Koch ist neuer Präsident der Ludwig-Erhard-Stiftung.

Szenen einer bürgerlich-liberalen Idylle – könnte man meinen. Doch so ist es nicht. Das marktwirtschaftliche Modell Deutschland, das im Kern aus einer freiheitlichen Wirtschaftsordnung mit sozialen Stabilisatoren bestand, verschwindet im Nebel der Geschichte. Merz, Koch und Kofler sind nicht die Fackelträger einer neuen Zeit, sondern die Rücklichter einer untergehenden Epoche.

Xi Jinping © imago

Denn die unbequeme Wahrheit ist diese: China ist der Taktgeber unserer Zeit. Im Wettbewerb der Systeme wird der chinesische Staatskapitalismus nicht zurückgewiesen, sondern mit einem westlichen Staatskapitalismus beantwortet. Dieser zeichnet sich durch fünf Charakteristika aus:

1. Das Geldsystem der Notenbanken versorgt nicht nur die Realwirtschaft, sondern drückt mit einer nie dagewesenen Wucht zusätzliches Kapital in den Kreislauf. Es will die Wirtschaft nicht nur stimulieren, sondern expandieren. Es tritt selbst als Käufer und Verkäufer von Aktien und Anleihen auf, was im Klartext bedeutet: Der Schiedsrichter will selber die Tore schießen.

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