Wahlkampf: Eiche oder Flachwurzler?

Guten Morgen,

fest steht: Das biografische Tuning und die schriftstellerische Kopierarbeit haben Annalena Baerbock und den Grünen nicht gutgetan. Die Wahlkampfmaschinerie geriet ins Stottern, die Demoskopen aller Institute melden einen Verfall der Werte.

Auch die Lachszene von Unionsspitzenmann Armin Laschet, vorgetragen im Beisein des ordnungsgemäß trauernden Bundespräsidenten, war keine Hilfe für die CDU. Die Öffentlichkeit reagierte verstört, die CSU hat es schon immer gewusst und Laschets Werte in den Meinungsumfragen zeigen südwärts.

Armin Laschet © dpa

Doch nur Moralisten und Einfaltspinsel ziehen daraus den Schluss, dass der Wahlkampf für die beiden gelaufen sei. Das ist er nicht. Man wünschte, man könnte positiveres über uns Wähler sagen: Aber es gibt nichts kurzfristigeres unter Sonne als das politische Gehirn.

Es absorbiert politische Störgefühle.

Es neutralisiert Negativschwingungen.

Es kann seine depressive Stimmung binnen kürzester Zeit durch eine Sonderausschüttung von Glückshormonen bekämpfen.

Die Psychologen sprechen von der „Regression zur Mitte“.

Kein Politiker der Neuzeit hat Wahlkampftiefpunkte so erfolgreich weggesteckt wie der junge Senator aus Illinois, der 2008 die demokratischen Vorwahlen gegen Hillary Clinton für sich entschied: Barack Hussein Obama. Ausgerechnet den Mann, den er zuvor als seine Vaterfigur bezeichnet hatte, enttarnten die Medien in der entscheidenden Phase des Vorwahlkampfes als Rassisten und Verschwörungstheoretiker.

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