Kriegsbeobachtung: Die Ungenauigkeit des Westens

Guten Morgen,

die Kriegspropaganda besitzt viele Absender, nicht nur den aus Moskau. Auch in den westlichen Medien haben sich grobe Ungenauigkeiten eingeschlichen, die bis in den Bereich der Falschmeldung reichen.

Ungenauigkeit No. 1: Russland sei durch seinen brutalen Angriffskrieg weltweit isoliert. Dem ist nicht so.

Fakt ist: 35 Regierungen, die immerhin 4,052 Milliarden Menschen repräsentieren, haben sich am 2. März in der UN-Vollversammlung der Stimme enthalten und sich gegenüber Putin damit neutral gestellt. Bei einer Abstimmung am 24. März, also nachdem die Angriffe auf die Entbindungsstation von Mariupol um die Welt gingen, waren es nicht weniger, sondern drei weitere Staaten, die Putins Krieg nicht mehr verdammen wollten.

Darunter befindet sich auch Indien, die mit knapp 1,4 Milliarden Menschen größte Demokratie der Welt. Indiens Außenminister Subrahmanyam Jaishankar und Russlands Lawrow kuschelten erst am vergangenen Wochenende wieder miteinander. Lawrow sagte, nachdem auch Premier Modi ihn empfangen hatte:

Wir sind Freunde. Wir wissen es zu schätzen, dass Indien die Situation in der Gesamtheit der Fakten und nicht einseitig betrachtet.

Wladimir Putin und Narendra Modi, 06.12.2021 © imago

Die Vasallentreue zahlt sich für die Regierung Modi aus: Das russische Öl fließt nun zu günstigeren Konditionen. Indien bezieht fast die Hälfte seiner militärischen Ausrüstung aus Russland.

Auch Südafrika und 16 weitere afrikanische Staaten stellten sich nicht gegen Putin.

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