Bundeshaushalt: FDP: die Gewinnwarnung

wer die 100-Tage-Bilanz des Christian Lindner erstellen möchte, braucht nur einen der handelsüblichen Taschenrechner. Er muss die Wahlkampfversprechen des FDP-Chefs mit den Taten des FDP-Finanzministers verrechnen. Und plötzlich steht unterm Strich – welch böse Überraschung – eine dicke rote Zahl.

Wäre die FDP nicht eine Partei, sondern ein Unternehmen, müsste sie noch heute morgen eine Gewinnwarnung absetzen. Der Aufsichtsrat würde zu einer Krisensitzung zusammentreten und den Chief Financial Officer zum Rapport bestellen.

Auf der Arbeitnehmerbank, also bei der SPD, schaut man nicht ohne Schadenfreude auf den Liberalen, der vor zwei Jahren noch Olaf Scholz ins Visier genommen hatte – mit einem Facebook-Post, der den damaligen Finanzminister mit Krone und Samtmantel zeigte. „Schuldenkönig Olaf Scholz. Wer soll das alles bezahlen?“

Im Wahlkampf 2021 dann warb Lindner als Rächer der enterbten Steuerzahler bei den Jungwählern mit den Tugenden der Sparsamkeit; die Zukunft dürfe nicht zugunsten der Gegenwart verzehrt werden. Was man so sagt, wenn man für Erstwähler attraktiv sein will.

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