Zeitenwende: Die Implosion des Westens

Guten Morgen,

das Römische Reich war knapp 700 Jahre das größte Reich im damaligen Europa; das Britische Empire erreichte nach 213 Jahren seine größte Ausdehnung; die Sowjetunion erlebte nach nur 68 Jahren bereits ihre Implosion.

Und nun ist der Westen dran, könnte man meinen.

Alle Menschen im Westen werden in diesen Tagen – ohne, dass man uns um unser Einverständnis gefragt hat – Zeitzeugen eines imperialen Verfalls: Das amerikanische Jahrhundert neigt sich dem Ende zu. Wir sind die teilnehmenden Beobachter eines geschichtsmächtigen Prozesses, der sich überall auf der Welt und nun auch vor unserer Haustür abspielt. Die Zerfallserscheinungen der Pax Americana, die von der bedingungslosen Kapitulation Adolf Hitlers bis in unsere Tage reichte, sind für jedermann spürbar:

  • Im Nahen Osten haben die USA ihre Funktion als Ordnungsmacht verloren. Trotz oder vielleicht sogar wegen der direkten Einmischung der USA konnte Syriens Diktator Assad triumphieren. Nach Jahrzehnten der Besetzung kehrten die Taliban nach Kabul zurück. Gestern Nacht wurden amerikanische Stellungen im Irak aus der Islamischen Republik Iran heraus beschossen.

Flughafen Kabul © Bundeswehr

  • China, mittlerweile zu einer Weltwirtschaftsmacht empor geschossen, baut seine geostrategischen Stellungen überall aus. Xi Jinping schmiedete eine Allianz mit Putin. Er kassierte in Hongkong alle Zusagen, die man der demokratischen Gesellschaft gegeben hatte. Er ertüchtigt den Diktator Nordkoreas zur Herstellung von Nuklearwaffen. Unverkennbar flirtet Peking mit der Invasion auf der Insel Taiwan.

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