Wider den Mainstream: Lob dem Andersdenkenden!

Guten Morgen,

für Politiker, die sich nicht im Windkanal der Parteigremien haben aerodynamisch verformen lassen, gibt es in Amerika einen speziellen Namen: Man nennt sie Mavericks. Die meisten Mavericks tragen diese Bezeichnung wie einen Ehrentitel. Der republikanische Präsidentschaftskandidat John McCain zum Beispiel, den sein einstiger Gegner Barack Obama auf der Trauerfeier 2018 genau dafür ehrte:

John mochte es, unberechenbar zu sein. Er hatte kein Interesse daran, einer vorgefertigten Version dessen, was ein Senator sein sollte, zu entsprechen.

John McCain © imago

Bezeichnungen wie Paradiesvogel, Querdenker oder Eigenbrötler kommen der Sache im Deutschen nahe, ohne freilich den Kern auch nur zu berühren. Denn der Maverick ist zwar aus der Art geschlagen, aber erfüllt in der normierten Gesellschaft eine wichtige Funktion.

Er ist der Hofhund, der mit seismographischer Präzision seine Umgebung erspürt. Das Gebüsch raschelt. Er schlägt an.

Der Maverick ist das analogste aller Frühwarnsysteme, das sich zu Wort meldet, noch bevor der Gegenwartsbeton zu bröckeln beginnt. Der Wahnsinn als göttliche Vernunft, so hat es Emily Dickinson schon vor 150 Jahren formuliert.

In der Politik erfüllt der Maverick zuweilen die Funktion der rebellischen Teenagerin, die zwar von den Lehrern als Zumutung empfunden wird, aber zugleich als Sendbotin einer neuen Zeit betrachtet werden muss. Sie lernt die Regeln nicht, sie bricht sie. Talking about Revolution.

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