Die Zukunft der Union: Merz: der Unversöhnliche

Guten Morgen,

gegen die deutsche Linke kann man manches vorbringen, aber nicht den Vorwurf mangelnder Transparenz. Nirgendwo sonst fliegen derart öffentlich die Fetzen. Die schmutzige Wäsche wird anschließend nicht versteckt, sie liegt für jedermann sichtbar wie Trümmerteile in der Landschaft.

Als Freunde der öffentlich ausgelebten Rivalität sind hier insbesondere Gerhard Schröder und Oskar Lafontaine zu loben: die gegenseitige Verachtung wurde zum Schluss nicht mehr camoufliert, sondern inszeniert. Der eine hat dem anderen alle Parteiämter, das Parteibuch und das hohe Ministeramt vor die Füße geworfen. Trotzig setzte er sich im März 1999 den damals zweijährigen Sohn Carl-Maurice auf die Schulter und demonstrierte auf dem Balkon seines Eigenheims den dazugehörigen Eigensinn: Bumms. Basta. Aus.

Oskar Lafontaine und Sohn Carl-Maurice © dpa

Womit wir bei Friedrich Merz und Angela Merkel wären. Deutschlands Konservative lassen genau diese Klarheit im Konflikt vermissen. Das Zerwürfnis zwischen der ehemaligen Bundeskanzlerin und dem heutigen CDU-Vorsitzenden ist vergleichbar tief und final. Die beiden haben sich weniger als nichts zu sagen.

Sie nahm ihm seinen Traumjob als Fraktionschef weg, als es zur Kanzlerschaft noch nicht reichte. Er führte seither eine Art Guerillakrieg am Rande der Partei gegen sie.

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