Europa in der Krise: Putin und sein Zwillingsbruder

Guten Morgen,

wir sollten mit unserer Empörungsenergie haushalten, auch wenn es um Kremlchef Wladimir Putin geht. Schon wer den Singular benutzt, will betrügen. Es gibt mindestens zwei Putins. Ob es zusätzlich noch einen dritten gibt, werden wir in Kürze erfahren.

Putin I. ist der große Europäer und Deutschlandfreund, der unser Land – das er als junger KGB-Mann in Dresden kennenlernte – sehr zu schätzen weiß. Dieser Putin besuchte im Jahr 2001 die wiedervereinigte Bundesrepublik und meldete sich am 25. September 2001 am Rednerpult des Deutschen Bundestages in perfektem Deutsch zu Wort:

Russland hegte gegenüber Deutschland immer besondere Gefühle. Wir haben Ihr Land immer als ein bedeutendes Zentrum der europäischen und der Weltkultur behandelt, für deren Entwicklung auch Russland viel geleistet hat. Heute erlaube ich mir die Kühnheit, einen großen Teil meiner Ansprache in der Sprache von Goethe, Schiller und Kant, in der deutschen Sprache, zu halten.

Angela Merkel und Wladimir Putin  © dpa

Er gab sich als Freund des europäischen Hauses zu erkennen:

Wir unterstützen die europäische Integration nicht einfach nur, sondern sehen sie mit Hoffnung. Wir tun das als ein Volk, das gute Lehren aus dem Kalten Krieg und aus der verderblichen Okkupationsideologie gezogen hat.

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