Ukraine: Das europäische Drama: Chinas Präsident: Der 3. Mann

Guten Morgen,

unsere Politiker sind stolz auf die Wirtschaftssanktionen, die man dem russischen Aggressor aufgebrummt hat. Das Sanktionsregime gegen Putin wirkt, sagt Olaf Scholz.

Allein in der letzten Woche haben russische Börsenwerte um über 30 Prozent nachgegeben. Das zeigt: Unsere Sanktionen wirken.

Nur: Das eigentliche Ziel der Sanktionen war nicht der ökonomische Niedergang Russlands, sondern war eine Bewusstseinsänderung bei Putin. Es ging nicht darum, die Auslieferung des neuen Golf in Moskau zu beenden, sondern den Krieg in der Ukraine.

Doch genau in dieser Hinsicht leisten die Sanktionen dem Westen einen schlechten Dienst. Von allem, was beabsichtigt war, passiert derzeit das Gegenteil: Putin dreht nicht bei. Putin dreht auf. Er zeigt sich nicht reumütig. Er zeigt sich stur und von fiebriger Entschlossenheit. Der Krieg wird derzeit nicht beendet, er wird brutalisiert.

Die russische Militärmaschinerie nimmt sich die westlichen Öl- und Gas-Milliarden, die inklusive der Gazprom-Bank von den Sanktionen unberührt blieben, und verwandelt Devisen in Munition und Munition in Tote.

 © imago

Mittlerweile wird auch die Zivilbevölkerung der Ukraine mit brutaler Selbstverständlichkeit von der russischen Armee bombardiert. Der humanitäre Korridor kann für die Betroffenen jederzeit zur tödlichen Falle werden.

Den Wirtschaftssanktionen liegt der falsche Glaube zu Grunde, dass dieser Krieg eine ökonomische Rationalität besitzt. Aber die besitzt er nicht. Wenn er überhaupt eine Rationalität besitzt, dann ist es eine sicherheitspolitische und wohl auch eine biografische. Doch weder politisch noch biografisch kann die Bestrafung Russlands den Ausweg weisen.

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