Henry Kissinger: "Die Ukraine sollte als Brücke zwischen beiden Seiten fungieren"

Guten Morgen,

die öffentliche Debatte über Putin und seine Invasion kennt nur einen Zustand, den der Empörung. Diese Empörung auf Seiten der Politiker ist doppelt verständlich. Grund eins liegt in den skandalösen Verhältnissen selbst.

  • Putin hat sich über das Völkerrecht erhoben.

  • Er ist bereit, das Menschenrecht auf Unversehrtheit, auf Freiheit, auf Leben unter den Ketten seiner Panzerarmee zu zermalmen.

  • Er stellt die Grenzen und damit die europäische Friedensordnung infrage.

Wladimir Putin © dpa

Grund zwei der Empörung aber ist ein höchst fragwürdiger: Die politische Klasse – in Washington, in London, in Paris und auch in Berlin – will mit der mittlerweile hundertfach wiederholten Aussage von „Putins Krieg“ und der Klassifizierung des russischen Präsidenten als Mörder, als Irren, als Wahnsinnigen von ihrer Mitverantwortung beim Zustandekommen jener Verhältnisse ablenken, die zu diesem Krieg geführt haben. Es bleibt sein Krieg. Aber es sind auch ihre Verhältnisse.

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