Union: Ära des Misstrauens

Guten Morgen,

Markus Söder besitzt in Vorstand und Präsidium der CDU keine Mehrheit. Beim sogenannten Stimmungsbild, eine Abstimmung, die nicht Abstimmung genannt werden darf, sprachen sich ausnahmslos alle Anwesenden – von Wolfgang Schäuble bis Julia Klöckner – für Armin Laschet als neuen Kanzlerkandidaten der Union aus.

Doch die Machtfrage ist damit nicht entschieden, nur neu gestellt: Und womöglich handelt es sich gar nicht um ein Stimmungsbild, sondern um einen Irrtum. Vielleicht wurde der CSU-Chef gar nicht zu Bette gebracht, sondern nur mit neuer Aufstiegsenergie betankt.

Denn fest steht: Der Spieler wechselt kurzerhand das Spielfeld. Neuer Aufschlag heute vor der gemeinsamen Unionsfraktion. Die Niederlage von gestern, das lehrt die Physik der Macht, trägt in sich zuweilen den Sieg von morgen. Die wichtigsten Verbündeten von Markus Söder, darauf setzt er, heißen nicht Schäuble, Merz, Merkel, sondern Forsa, Emnid und Infratest. Deren demoskopische Depeschen sind sein Viagra. Der steile Vorsprung in den diversen Umfragen hat seine Libido erkennbar stimuliert.

Markus Söder © dpa

Die Geschichte von „Mein Platz ist in Bayern“ bis „Ich stehe bereit“ ist die Geschichte einer Ermannung, die sich mühelos in folgenden drei Charts erzählen lässt:

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