Der Energiepreisschock: Vorsicht: Inflation

Guten Morgen,

in der Welt der Politik gibt es keine unschuldigen Zahlen. Die Zahl ist immer auch der Sendbote einer politischen Botschaft.

Das Problem der Sender mit ihrem Boten ist nur, dass die Ist-Zahl, also die geronnene Gegenwart, so schwer zu manipulieren ist. Deshalb stürzen sich Politiker und Notenbanker umso begieriger auf die Prognose. Diese vorausschauenden Zahlen werden geknetet, verformt und mit den Zutaten diverser Experten garniert bis sie politisch passen. Der Köder muss in diesem Fall dem Angler schmecken und nicht dem Fisch.

Eine Infografik mit dem Titel: Der Lagarde-Irrtum

Inflationsrate und EZB-Prognose für die Eurozone seit 2014, jährliche Änderungsrate in Prozent

Wenn die EZB-Präsidentin Christine Lagarde eine Inflation von unter zwei Prozent vorhersagt, dann tut sie das in der Absicht, ihre Nullzinspolitik nur ja nicht abblasen zu müssen. Sie will die europäischen Staaten mit Frischgeld versorgen; sie will den Bankenkreislauf liquide halten. Von der Tatsache, dass ihre Prognose von der Wirklichkeit um über 100 Prozent übertroffen wird, ist sie nicht wirklich überrascht. Der kleine Sparer, der hier empfindliche Wohlstandsverluste erleidet, bedeutet in ihrer Kalkulation nur eine Rundungsgröße.

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