Verteilungsgerechtigkeit in Deutschland : Wann ist Reichtum zu ungleich verteilt?

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Immer noch hält die Mehrheit der Deutschen die Ungleichheit von Arm und Reich für zu groß. Eine Analyse von Pioneer-Expert und Vorstand der Stiftung Familienunternehmen, Prof. Rainer Kirchdörfer.

Wer je in der Großstadt eine Wohnung mieten wollte oder die Chancen der Kinder und Enkel auslotet, aus eigener Kraft eine kleine Immobilie zu finanzieren, der kann sie nachvollziehen – die Debatte um Verteilungsgerechtigkeit. Meinungsumfragen zeigen, dass die Mehrheit der Menschen die Ungleichheit für zu groß hält. Das ist allerdings in allen Ländern der OECD so, nicht nur in Deutschland. Die gefühlte Ungleichheit ist auch in Wohlfahrtstaaten groß und auch in den Staaten, die den Bürgern und Unternehmern hohe Substanzsteuern abverlangen.

Oft werden Begriffe und betrachtete Kategorien durcheinandergeworfen. Die Spreizung der Markteinkommen kann tatsächlich bedeutend sein, etwa wenn der technische Fortschritt jene Menschen bevorzugt, die sehr gut ausgebildet oder gerade besonders schwer zu finden sind. Doch bei den „verfügbaren Einkommen“ sieht es schon ganz anders aus:

Werden Steuern und Sozialabgaben abgezogen, staatliche Transferleistungen zugeschlagen, verringert sich die Ungleichheit um stolze 40 Prozent.

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