Gastbeitrag von Dennis Radtke : Die CDU muss sozialer werden

Die CDU hat 2,5 Millionen Wähler an SPD und Grüne verloren. Ein konservativer Schwenk wäre politischer Suizid.

Die Forderung, die CDU müsse wieder konservativer werden, scheint bei einigen meiner Parteifreunde eine Art Pawlowscher Reflex zu sein und kommt angesichts des Verlustes von 1,53 Millionen Wähler an die SPD und 920.000 an die Grünen einem erweiterten politischen Suizid gleich.

Wahlkreise, die im Osten an die AfD gingen, wurden nicht durch Stimmgewinne der AfD zu unseren Lasten verloren, sondern durch übermäßig starke Verluste in der Mitte.

Hans-Georg Maaßen, von manchem zum Hoffnungsträger der Konservativen erklärt, ist in seinem Wahlkreis krachend gescheitert und auf dem dritten Platz gelandet – hinter SPD und AfD. Von dem Schaden, den seine Kandidatur bundesweit angerichtet hat, will ich gar nicht sprechen. 39 Prozent der Vollzeitbeschäftigten in Ostdeutschland arbeiten im Niedriglohnsektor, selbst Facharbeiter bekommen teilweise nur elf Euro Stundenlohn.

Wer da glaubt, deren Sorgen und Ängste mit einer rein wirtschaftsliberalen Ausrichtung - garniert mit konservativer Breitbeinigkeit - begegnen zu können, zeigt den mangelnden Kontakt zur Lebenswirklichkeit von Millionen Menschen in diesem Land.

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