Bundestagswahl 2021: Die Linke sieht rot

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Die neue Doppelspitze brachte der Linken nicht den erhofften Auftrieb. Stattdessen kommt die Partei der Fünf-Prozent-Marke gefährlich nahe - und betont ausgerechnet jetzt ihren Regierungswillen.

Es sollte ein Aufbruch sein, ein Neustart nach Jahren des Streits und der Orientierungslosigkeit. Als die Linke Ende Februar die Landespolitikerinnen Janine Wissler und Susanne Hennig-Wellsow zu ihrem neuen Führungsduo wählte, hoffen viele in der Partei auf ein Wiedererstarken.

Doch das Gegenteil trat ein.

Mit widersprüchlichen Äußerungen zur Regierungsbereitschaft der Linken und den von Hennig-Wellsow in Interviews offenbarten Wissenslücken zu Steuersätzen und Auslandseinsätzen hat das Duo seinen Start vermasselt. Jüngste Umfragen sehen die Linke bei sechs Prozent, in gefährlicher Nähe zur Fünfprozenthürde. Nun will die Linke einen zweiten Anlauf ins Wahljahr unternehmen.

Am Montag wählt der Parteivorstand seine beiden Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl. Alles deutet auf eine Nominierung von Parteichefin Wissler und Fraktionschef Dietmar Bartsch hin.

Bartsch gibt sich unbeeindruckt von den schlechten Umfragewerten. „Am Montag präsentieren wir unser Spitzenduo, ab dann gehen wir entschlossen an den Start“, sagt er. Er klingt kämpferisch: „Das Ziel ist und bleibt, bei der Bundestagswahl zweistellig zu werden.“

Bloß: Wie?

Die Linke sucht nach einer Wahlkampfstrategie. Einerseits hadert die Partei mit einem Bekenntnis zur Regierungsbereitschaft. Andererseits scheint ein Oppositionswahlkampf auch keine gute Idee zu sein - auf der Oppositionsbank könnte es eng werden. Zudem sind da ungelöste inhaltliche Konflikte, etwa zur Außenpolitik. Und dann ist da noch Sahra Wagenknecht.

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