„Lifestyle-Teilzeit” und Zahnarzt-Zoff: Wie debattenfähig ist Deutschland?
Hauptstadt – Das Briefing mit Jörg Thadeusz und Karina Mößbauer.
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Die CDU will das „Reformjahr 2026“ – und stolpert gerade über die eigene Debattenkultur. Nach zwei Wochen Aufregung um „Lifestyle-Teilzeit“ und das Papier des CDU-Wirtschaftsrats wird aus inhaltlicher Reformdiskussion ein Überbietungswettbewerb der Schlagzeilen: bewusste Missverständnisse, reflexhafte Abwehr, Skandalisierung einzelner Stichworte – und am Ende ein politischer Flurschaden.
Karina Mößbauer und Jörg Thadeusz nehmen die Mechanik dieser Empörung auseinander: Warum die Union mit Begriffen hantiert, die in einem ohnehin aufgeheizten Klima wie Steilvorlagen wirken – und wieso ausgerechnet die eigenen Reihen den Gegnern oft das beste Futter liefern.
Im Interview der Woche spricht Karina mit Gordon Schnieder, CDU-Spitzenkandidat in Rheinland-Pfalz. Er nennt den „Lifestyle-Teilzeit“-Vorstoß eine „Schnapsidee“, kritisiert den Schlagzeilenmodus – und erklärt, was eine ernsthafte Reformdebatte aus seiner Sicht bräuchte: Zahlen, Anreize, Kita- und Schul-Verlässlichkeit statt Symbolpolitik.
Im kürzesten Interview der Berliner Republik ordnet Andrea Maurer, politische Korrespondentin im ZDF-Hauptstadtstudio, die Aufreger der Woche ein.
Und dann wird es sehr berlinisch: die Affäre Streusalz. Während Eis und Knochenbrüche den Alltag bestimmen, streiten Senat, Verbände und Gerichte über Verbote, Ausnahmen und Splitt. Eine Posse über Prinzipienreiterei – und ein ziemlich deutsches Lehrstück darüber, wie Vernunft im Paragrafendschungel verloren geht.