Ein Jahr nach dem Fall von Kabul: Afghanistan: Die verdrängte Katastrophe

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Nach dem chaotischen Abzug des Westens aus Afghanistan sagte die Bundesregierung Tausenden Menschen Hilfe zu. Doch auch fast ein Jahr später warten viele vergebens auf ihre Ausreise. Ihnen gibt Außenministerin Annalena Baerbock ein Versprechen.

Es bedurfte eines heftigen Bebens, um Afghanistan für einen kurzen Moment zurück ins öffentliche Bewusstsein zu rücken.

Das von Armut, Gewalt und der tödlichen Ideologie der Taliban gepeinigte Land erleidet nun auch den Verlust von mehr als 1000 Menschen, die dem Erdstoß im Osten Afghanistans zum Opfer fielen.

Es ist, als jagte am Hindukusch eine Heimsuchung die nächste. Und die Welt nimmt davon kaum Notiz.

„Die Ereignisse in Afghanistan sind weitgehend von unseren Fernsehbildern und aus den Nachrichten verschwunden“, sagt Annalena Baerbock am Donnerstagmittag. Die Außenministerin hat zur Pressekonferenz ins Auswärtige Amt geladen, zu einer „Halbjahresbilanz zum Aktionsplan Afghanistan“.

Der Titel verheißt Fortschritt und Regsamkeit. Doch Baerbocks fast viertelstündiges Statement ähnelt mehr einer Trauerrede als einem Fortschrittsbericht.

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