Auslandseinsatz der Bundeswehr: Annalena Baerbocks heikle Mission im Irak

 © Imago

Als sie noch in der Opposition saß, forderte die Grüne Annalena Baerbock das Ende des deutschen Irak-Einsatzes. Als Außenministerin könnte sie jetzt die Truppe heimholen - doch stattdessen arbeitet Baerbock an der Verlängerung des Einsatzes zur Bekämpfung des "Islamischen Staats".

Nein, nein und nochmals nein.

So stimmte die Oppositionspolitikerin Annalena Baerbock ab, als der Bundestag 2020, 2017 und 2016 auf Betreiben der großen Koalition über die Verlängerung des Irak-Einsatzes der Bundeswehr zu entscheiden hatte.

„Schlicht unverantwortlich“ sei die Fortsetzung dieses Einsatzes, sagte die Grünen-Chefin im Januar 2020. Und: „Wir fordern die Bundesregierung inständig auf, die sofortige Evakuierung aller deutschen Truppen einzuleiten.“

Jetzt ist Baerbock Außenministerin. Ihr Ressort ist federführend bei den Auslandseinsätzen der Bundeswehr.

Baerbock könnte der von ihr und ihrer Partei in der Vergangenheit rundheraus abgelehnten Mission ein Ende bereiten - eine Mission, an der sich Deutschland seit 2015 mit rund 60 weiteren Nationen beteiligt, um den „Islamischen Staat" zurückzudrängen. Sie könnte die derzeit 280 deutschen Soldaten heimholen und einen ersten wuchtigen Akzent in grüner Außenpolitik setzen.

Oder aber, sie stellt die Harmonie in der Ampel-Regierung und mit internationalen Bündnispartnern über jene innerhalb ihrer Partei - und mutet den Grünen zu, schon zu Beginn ihrer Regierungszeit eine Kehrtwende in Fragen von Krieg und Frieden zu vollziehen.

Erinnerungen an die Anfänge von Rot-Grün 1998 drängen sich auf, als der damalige Grünen-Außenminister Joschka Fischer seiner Partei das Ja zum Kriegseinsatz im Kosovo abrang.

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