Drohender Angriff auf die Ukraine: Baerbock in Nahost: Putin reist mit

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Annalena Baerbock wollte mit ihrer Reise in den Nahen Osten zeigen, dass Russlands Präsident Wladimir Putin nicht alle Kraft und Aufmerksamkeit des Westens binden kann. Doch die neue Außenministerin wird von der Wirklichkeit widerlegt - und wechselt unter der Sonne Kairos in den Krisenmodus.

Am Samstagmittag kommt in Berlin eine Krisenrunde der Bundesregierung zusammen, die Außenministerin hat dazu ins Auswärtige Amt geladen. Vertreter aus dem Kanzleramt, Verteidigungs- und Innenministerium beraten über die Lage in der Ukraine. Annalena Baerbock selbst aber gibt zu diesem Zeitpunkt Tausende Kilometer weit entfernt eine Pressekonferenz, in Kairo, Ägypten.

"Ich habe entschieden, die bereits ergriffenen Maßnahmen zur Krisenvorsorge noch einmal zu verstärken", sagt die Grünen-Politikerin beim gemeinsamen Auftritt mit ihrem ägyptischen Amtskollegen Samih Schukri.

Es ist ein Moment, der im Russland-Ukraine-Konflikt eine neue Eskalationsstufe markiert. Deutschland gibt seine demonstrative Zurückhaltung auf.

Die Bundesregierung ruft die Angehörigen ihres diplomatischen Personals dazu auf, die Ukraine zu verlassen, und warnt vor Reisen in das Land. Sie appelliert an alle rund 30.000 in der Ukraine lebenden deutschen Staatsbürger, die Ausreise zu erwägen. Die Botschaft in Kiew bleibt offen. Geschlossen wird aber fürs Erste das deutsche Generalkonsulat im ostukrainischen Dnipro.

So hat es die Außenministerin beschlossen. Eine Kehrtwende.

Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) mit ihrem ägyptischen Amtskollegen Samih Schukri. © dpa

Noch vor zwei Wochen schloss sich die Bundesregierung, schlossen sich die Europäer den Amerikanern nicht an, als diese ihre Staatsbürger zum Verlassen der Ukraine aufriefen. Zu groß war die Sorge davor, die Ukrainer in Panik zu versetzen und so zur weiteren, rascheren Destabilisierung des Landes beizutragen.

Seitdem aber hat sich, so scheint es, die Lage geändert.

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