Die Agenda der deutschen Außenministerin: Baerbocks feministische Außenpolitik

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Die Grünen-Politikerin will feministische Außenpolitik machen. Was heißt das konkret? Baerbocks Start im neuen Amt vermittelt einen ersten Eindruck.

Die Sonne steht noch tief an diesem Frühlingsmorgen in Amman. In einem Vorort der jordanischen Hauptstadt nähert sich Annalena Baerbock dem Eingangstor einer Schule für palästinensische Flüchtlingskinder. Der Leiter der Einrichtung begrüßt, umgeben von zahlreichen Offiziellen, die deutsche Außenministerin; er zählt Mängel und Erfolge auf, dankt und bittet um mehr Unterstützung.

Baerbock zieht die Augenbrauen zusammen, was auch am harten Lichteinfall liegen kann. Plötzlich aber hellt sich ihr Blick auf.

Drei Mädchen schleichen sich an die Delegation heran, schauen neugierig auf die Deutsche und die Kameras und die Mikrofone um sie herum. Baerbock soll jetzt durch das Schultor treten, so sieht es das Protokoll vor, aber die Grüne wendet sich von den Offiziellen ab. Sie geht auf die Mädchen zu.

Außenministerin Annalena Baerbock bei ihrem Besuch in einer Schule für palästinensische Flüchtlingskinder in Amman. © Imago

„Hallo, wie geht’s?“, fragt Baerbock und grüßt mit geballter Faust. „Ich freue mich drauf, euch gleich zu sprechen.“

Eine kurze Szene nur, die aber doch Aufschluss gibt über Baerbocks Amtsverständnis. Mädchen und Frauen haben einen zentralen Platz in ihrer politischen Agenda. So viel lässt sich bereits jetzt, nach gut zwei Monaten im Amt der Außenministerin und etwa einem Dutzend Auslandsreisen sagen.

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