Streit um teure Erweiterung der Regierungszentrale: Groß, größer, Kanzleramt

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Das Kanzleramt soll erweitert werden - und zwar für absehbar mehr als eine halbe Milliarde Euro. Die ersten Millionen hat die Regierung ausgegeben. Die Aufträge sind raus, wie sie nun bestätigt. Nur: Wäre es nicht besser gewesen abzuwarten, was die neue Regierung will?

Fast 16 Jahre regiert Angela Merkel inzwischen. Nun naht ihr Abschied aus dem Bundeskanzleramt, dessen Bau noch unter ihrem Vor-Vorgänger Helmut Kohl begonnen und 2001 fertigstellt worden war.

Schon heute ist der Betonklotz mit 25.347 Quadratmetern Nutzfläche der größte Regierungssitz der westlichen Welt – rund achtmal größer als das Weiße Haus, zehnmal größer als Downing Street No. 10 und dreimal größer als der Élysée-Palast in Paris.

Und bald soll das Bundeskanzleramt im Herzen Berlins noch größer werden.

Anfang 2019 waren die Entwürfe der beiden Architekten Axel Schultes und Charlotte Frank für einen - Stand jetzt - mindestens 600 Millionen Euro teuren Erweiterungsbau auf der anderen Spreeseite, im sogenannten Kanzlerpark, präsentiert wurden.

Während Merkel noch regiert, werden die Planungen auch in diesen Wochen weiter vorangetrieben. Und das, obwohl Annalena Baerbock und Armin Laschet - die beiden derzeit aussichtsreichsten Nachfolge-Aspiranten - womöglich ihre eigenen Vorstellungen über Größe und Zuschnitt des Kanzleramts haben.

Wenige Monate vor der Bundestagswahl wirft die Opposition nun noch einmal die Frage nach Sinn und Unsinn des Vorhabens auf.

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