Der Bundestag im Visier von Hackern: Cyber-Attacken auf gut Glück

 © Imago

Die russische Hacker-Gruppe "Ghostwriter" versetzt die Bundesregierung kurz vor der Wahl in Sorge. Jetzt hat sich das Bundesamt für IT-Sicherheit die jüngste ihr zugeschriebene Cyber-Attacke genau angeschaut - und kommt zu einem überraschenden Befund.

Im Schatten des Wahlkampfsommers spitzt sich der Streit zwischen Berlin und Moskau über Cyberangriffe gegen deutsche Abgeordnete zu.

„Der Bundesregierung liegen verlässliche Erkenntnisse vor, aufgrund derer die ,Ghostwriter'-Aktivitäten Cyberakteuren des russischen Staates und konkret dem russischen Militärgeheimdienst GRU zugeordnet werden können“, sagte am Montag vergangener Woche eine Sprecherin des Auswärtigen Amts in seltener Deutlichkeit. „Die Bundesregierung fordert die russische Regierung mit allem Nachdruck auf, diese unzulässigen Cyberaktivitäten mit sofortiger Wirkung einzustellen.“

Kurz darauf nahm der Generalbundesanwalt im Fall des Hackerkollektivs "Ghostwriter" die Ermittlungen auf.

Dem Vernehmen nach liegen den Nachrichtendiensten eindeutige Erkenntnisse über eine laufende „Hack and Publish“-Attacke vor: Cyberkriminelle verschaffen sich über das Anklicken von Links in E-Mails Zugang zu privaten Daten und veröffentlichen diese im Netz. Die erstmals zu Jahresbeginn registrierte Kampagne hat nach Informationen aus Sicherheitskreisen im August an Intensität zugenommen.

 © Peter Gorzo / ThePioneer

Im Regierungsviertel hegen nun manche die Sorge, dass die Veröffentlichung kompromittierenden Materials über Abgeordnete so kurz vor der Bundestagswahl deren Ausgang beeinflussen könnte. Man verweist auf die Länder des Baltikums und auf Polen, wo solch manipulative Kampagnen die politische Debatte seit Längerem prägen.

Doch möglicherweise sind die Sorgen hierzulande übertrieben.

Jedenfalls gibt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in der jüngsten Cyber-Attacke auf Bundestagsabgeordnete, die der russischen Hackergruppe „Ghostwriter“ zugeschrieben wird, Entwarnung.

Das geht aus einem Schreiben der IuK-Kommission des Ältestenrats an die Bundestagsabgeordneten hervor, das ThePioneer vorliegt. Darin heißt es:

Im Ergebnis handelt es sich - auf Grundlage der vorliegenden Informationen - nicht um einen erfolgreichen Angriff.

Zu diesem Urteil kommt das BSI auf Basis von Erkenntnissen des Bundesamts für Verfassungsschutz.

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