Die Ampel-Koalition: Das grüne Minister-Quintett

Mit Ach und Krach haben die Grünen ihr Personal für die Ampel-Koalition zusammengestellt. Was ist von den Grünen-Ministerinnen und -ministern zu erwarten? Welcher Logik folgt die Ressortauswahl? Eine Analyse.

Am Tag danach sind die Grünen um Harmonie bemüht.

"Das ist ein sehr, sehr gutes Team", sagt über die künftige Grünen-Ministerriege Jürgen Trittin im Radio, Galionsfigur der Parteilinken. Jener Strömung also, die am Donnerstag rebellierte, weil die Parteichefs Robert Habeck und Annalena Baerbock ihren Amtsvorgänger, den Ober-Realo Cem Özdemir, zum Minister machen wollten - und nicht den Mann des linken Flügels, Anton Hofreiter.

Nach langem Streit setzten sich die Parteichefs durch (wir berichteten). Auf einer an die 123.000 Grünen-Mitglieder verschickten Kabinettsliste steht der Name Özdemirs; Hofreiter ist raus. Die Basis stimmt nun bis zum Nikolaustag über das Regierungspersonal und den Koalitionsvertrag ab. Mit breiter Zustimmung wird gerechnet, sodass sich schon bald fünf Grünen-Minister an die Arbeit machen könnten.

Habeck soll Minister für Wirtschaft, Klimaschutz und Energie werden, Baerbock ist als Außenministerin vorgesehen, Özdemir als Minister für Ernährung und Landwirtschaft, die Bundestagsabgeordnete Steffi Lemke als Umweltministerin und Anne Spiegel, Klimaschutzministerin in Rheinland-Pfalz, als Familienministerin.

Drei Frauen und zwei Männer, drei Realos und zwei Linke, einer mit Einwanderungsgeschichte: Die in der Partei hochgehaltene Geschlechter- und Flügelparität wird eingehalten. Auch hinter das Kriterium „Vielfalt“ können die Grünen immerhin ein Häkchen setzen.

Was aber ist in der Sache von den Grünen-Ministerinnen und -ministern zu erwarten? Welcher Logik folgt die Ressortauswahl - und welche Prioritäten setzen die Amtsanwärter?

Im Sog der Öko-Nische

Baerbock und Habeck betrieben im Laufe ihrer inzwischen fast vierjährigen Amtszeit als Parteichefs großen Aufwand, um die Grünen raus aus der Öko-Nische zu führen.

Im Bundestagswahlkampf betonten beide, Politik „für die Breite der Gesellschaft“ machen zu wollen; sie wollten den Beweis erbringen, dass grüne Programmatik mehr als nur Klimaschutz beinhaltet.

Beim Blick auf die Ressortaufteilung der Ampel muss man wohl sagen: Ganz gelungen ist ihnen das nicht.

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